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Grillevent 21.08.2016 m. K. Breinig - Betrieb Döhne

Charolais-Grillevent mit Klaus Breinig: „Das Charolais hat es nicht verdient als Roulade zu enden!“ Diese Aussage von Fernsehkoch und Leiter der Kochschule Edertal, Klaus Breinig, mag etwas provokant sein, aber in seinem Kern steckt doch ein Fünkchen Wahrheit. Denn nicht nur die Rinder-Roulade sollte gewürdigt werden und Anerkennung finden, nein, das Rind besteht aus so viel mehr - wie Klaus Breinig mit seinem Team eindrucksvoll unter Beweis stellte. Aber von Anfang an: Die Idee für die Organisation des Grillevents entwickelte sich aus der Bestrebung die Rindfleischvermarktung, insbesondere aber die Vermarktung von Charolais-Fleisch, zu fördern. Im Rahmen eines Events sollten verschiedene Stücke eines Rindes - und nicht nur die bekannten Edelstücke zum Kurzbraten wie Filet, Roastbeef und Hüfte - auf dem Grill zubereitet und verköstigt werden. Als Veranstaltungsort wurde der Betrieb Döhne in Philippinenburg, Wolfhagen, auserwählt. Am 21.08.2016 traf sich dort eine Vielzahl Mitglieder der IG Charalais Hessen e.V. Durch die Ankündigung im Hessenbauer fanden sich auch ein paar weitere Interessierte ein. Zunächst beschrieb Michael Döhne den 50 ha. Nebenerwerbsbetrieb, in dem derzeit ca. 50 Charolais auf ca. 20 ha. z.T. in der Herdbuch-Zucht z.T. auch als Haltungstiere stehen. Neben der Herdbuchzucht, in der auch Jannik Döhne als Jungzüchter sehr aktiv ist, wird zusätzlich zu Schwein und guter nordhessischer ahler Wurst auch Charolais-Fleisch vermarktet. Es folgte die Besichtigung der 2 Mutterkuhherden, in denen jeweils ein homozygot hornloser Charolais-Deckbulle seine Arbeit verrichtet. Besonders interessant war die Herdenbesichtigung für den Betrieb Müller aus Lohra-Altenvers, die den von ihnen gezogenen, mittlerweile 6-jährigen Herdenbullen Ben PP, ein Bill-Sohn, nach Jahren wieder zu Gesicht bekamen. Daneben wird Trezeor PP, ein ausgesprochen gut bemuskelter Trepidor-Sohn aus dem Betrieb Hörstmeier eingesetzt. Im Betrieb stehen 17 Herdbuch-Tiere, die Herde wird nach und nach gänzlich auf Herdbuch-Zucht umgestellt. Im Rahmen der Betriebsbesichtigung durften die Züchter an einem Schätzwettbewerb teilnehmen. Die gut 1 ½ jährige Färse Flocke -Ben * Virgil, die derzeit von Jannik Döhne auf die Teilnahme am Bundesjungzüchterwettbewerb der Fleischrind-Jungzüchter im Rahmen der Grünen Tage, Erfurt, vorbereitet wird, wurde am Vortag gewogen. Die anwesenden ZüchterInnen und Interessierten durften ihre Schätzungen abgeben. Für die Sieger gab es dann auch ein kleines Präsent. Nach Bewegung an der frischen Luft waren natürlich alle Anwesenden hungrig und so ging es dann an die Verköstigung des gegrillten Charolais-Fleisches und leckerer Beilagen. Eine Besonderheit war mit Sicherheit, dass Rindfleisch aus unseren eigenen Reihen zubereitet und genossen wurde. Der Betrieb Fülling, Liebenau-Zwergen, stellte sicher, dass zum rechten Zeitpunkt ein Jungbulle im Alter zwischen 15 und 18 Monaten geschlachtet, abgehangen und zerlegt wurde. Klaus Breinig erläuterte im Anschluss die verwendeten Stücke und gab kurze Infos zur Art und Weise der Zubereitung. Die Rinderbrust wurde trocken, das heißt ohne Öl und Salz mariniert und dann bei niedriger Temperatur von ca. 110 - 120° C langsam gesmokt. Eine weitere Köstlichkeit in Form von Pulled Beef stellte der marinierte und gesmokte Rindernaken, der nach gut 20 Stunden auf dem Smoker so weich ist, dass er fast zerfällt und mit der Zange dann einfach auseinander gezogen = pulled - wird. Daneben wurden Rumpsteaks und Ribeye-Steaks gegrillt. Klaus Breinig weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass im Vergleich zwischen der hiesigen Schlachtung in Amerika ca. 30 % mehr vom Rind verwendet und verköstigt wird. Er regt dazu an, über die Zerlegung, alternative Zubereitungs- und Garmethoden nachzudenken, die auch hierzulande zunehmend Freunde und Abnehmer finden. Für Unterhaltung sorgten die Philippinenburger Blechbläser, die mit aus Kupferrohr selbstgebauten Instrumenten einschlägig bekannte Melodien aufspielten. Als krönender Abschluss lieferten die Landfrauen ein herausragendes Torten- und Kuchbuffet. Natürlich war wie immer Zeit für anregende Gespräche unter Züchterkollegen. Mit vielen neuen Eindrücken und vollem Magen reisten die Züchter nach Abschluss der Veranstaltung wieder heim. Der gelungene Tag, bei dem sogar der Wettergott trotz angesagter Schauer, mitspielte ging wie immer zu schnell zu Ende! Ein herzliches Dankeschön allen, die mit der Planung und Durchführung befasst waren. T.Duclos